Namibia 2022

Travelling - it leaves you speechless, then turns you into a storyteller.


New year, new chance, new try. Nach dem Pandemiedesaster in 2020 schaffe ich es zwei Jahr danach endlich wieder auf Namibia. Mit vielen Flüchen, Tränen und Schweiss habe ich es durch das Buchen und Planen der Reise geschafft und bin jetzt endlich wieder zurück!!!


Planung und Ausführung

Auch wenn die Planung zusammen mit Ava und Amelie (zwei Mädels, die ich letztes Mal in Namibia getroffen habe) bereits Anfang Februar begonnen hatte, bekamen wir erst Ende Mai den endgültigen Bescheid, dass wir nach Naankuse gehen können. Leicht stressig und nervig. Die Flüge mussten natürlich bereits vorher gebucht werden. Und Flüge ohne Zusage für die Unterkunft zu buchen ist...kein gutes Gefühl. In der Woche vor meiner Abreise kam dann auch noch eine spontane Flugänderung der Airline dazu, was mich definitiv noch ein paar Nerven kosten wird. Denn anstatt von Zürich nach Frankfurt mit 2h Layover dort änderte sich die Verbindung zu Zürich-Venedig-Frankfurt mit je einer Stunde Layover. Wir werden sehen wie es werden wir, wenn ich nur eine Stunde Transit im Frankfurter Flughafen habe...Berichte später:)

Erste Probleme

Wie bereits vermutet war der Hinflug (oder besser gesagt die drei Hinflüge) super stressig. Der Flug von Zürich nach Venedig ist pünktlich gestartet, und dann kam der Flug nach Frankfurt. Mit der Verspätung von etwa 30 Minuten kam ich mit einem Layover von ebenfalls 30min im Frankfurter Flughafen an, was mich von einem Gate zum anderen hetzen liess. Mitsamt extrem langsamen Mitarbeitern in der Security extrem stressig. Natürlich hatte dann aber auch der Flug nach Windhuk Verspätung. Mein Koffer hat es aber trotz allem nicht geschafft. In Windhuk wartete ich eine Ewigkeit, doch mein Koffer kam nicht. Also hiess es eine Vermisstenanzeige bei Eurowings abgeben (mit kaum funktionierendem Internet und einer extrem unhöflichen Schalterdame extrem schwierig), Geld abheben und eine Sim-Karte besorgen. Immerhin hatte ich jetzt Internet. Dachte ich...

First Days back in the Hood

Ohne Koffer, aber Mutter sei Dank mit vollgepacktem Handgepäck mit dem Wichtigsten für die ersten Tage, in der Farm angekommen, habe ich direkt ein Zimmer bekommen, zusammen mit Ava, welche bereits vor 2 Tagen angekommen ist. Unter Geschrei haben wir uns schliesslich um die Mittagszeit endlich getroffen. Nach mehr als zwei Jahren!!! Einfach unglaublich, dass wir es endlich geschafft haben! 

Neue Probleme

Irgendwie will mir jemand den Anfang in diesem Land schwer machen. Zuerst kommt mein Koffer nicht an. Ärgerlich, aber vorausgesehen. Dann ist das Wetter leicht unausstehlich und saukalt, nichts im Vergleich zum letzten Mal im Februar/März, wo wir am liebsten 24/7 mit dem Bikini rumgelaufen wären. Jetzt ist es knapp 20 Grad, aber mit dem eiskalten Wind fühlt es sich nach knappen 15 Grad an. Und in der Nacht und am frühen Morgen...naja, den A abfrieren ist noch nett daher gesagt. Da die Dusche unter freiem Himmel steht und im Moment kein warmes Wasser zur Verfügung steht, wird bei mir das Duschen auch auf das Minimum zurückgefahren. Um den holprigen Start noch perfekt zu machen, macht mein Access Point für Internetzugang nach jahrelangem unermüdlichem Einsatz schlapp. Nicht einmal mein persönlicher IT-Spezialist namens Papa kann da noch helfen. Mit der neu gekauften Simkarte für das Handy will es auch nicht funktionieren...Aber davon lasse ich mich nicht (oder nur kurz) unterkriegen. Bereits zwei Tage nach Anreise sind nämlich Ava und ich wieder unterwegs nach Kanaan, einer Research Site von Naankuse in der Wüste Namibias. Lets goooo!

Kanaan Desert Retreat

Bereits um 6:45 Uhr morgens müssen wir mit allem nötigen für 2 Wochen gepackt am Meeting Point stehen, bereit um abgeholt zu werden. Den Rest unseres Gepäcks, oder besser gesagt Avas Gepäck, stellen wir in einen Container, bis wir wieder zurück auf der Farm sind. Unser Häuschen wird nämlich weiter gebraucht, weswegen alles raus musste. Nach stundenlanger Fahrt über hügelige und holprige Strassen sind wir endlich in Neuras, unserem Lunch-Ziel, angekommen. Wieder wird unser Gepäck in ein anderes Auto umgeladen, und nach einer Stärkung geht es auf, für weitere 4-5 Stunden Fahrt nach Kanaan. Tja, der Pannengott wollte uns aber einen Strich durch die Rechnung machen. Denn wir hatten Sage und Schreibe SECHS Mal einen platten Reifen! Wie das geht? Also, der Ersatzreifen hatte bereits zuvor ein Loch und hätte ersetzt werden müssen. Als unser einer Reifen einen Platten hatte, wurde also getauscht und auf gut Glück aufgepumpt und gehofft, dass es bis zum nächsten Dorf hält. Hat er nicht. Noch ein weiteres Mal musste er gepumpt werden, bis wir den Shop erreicht haben. Dort haben wir die beiden Reifen gestopft und es wurde weitergefahren. Kurze Zeit danach, wieder ein platter Reifen. Das Loch ist wieder offen! Reifen wird wieder geflickt und aufgepumpt. Zu viel, denn er platz endgültig! Also wird auf den ebenfalls geflickten Ersatzreifen gewechselt und gehofft. Wieder einen Platten! Zu unserem Glück kommt uns ein Wagen eines befreundeten Farmers entgegen, der uns seinen Reservereifen gibt. Der hält zum Glück bis zum Schluss, wo wir mit knapp eineinhalb Stunden Verspätung ankommen. Unterwegs auf diesem holprigen und meistens platten Weg gab es aber ein paar coole und lustige Fotos. Seht selbst!

Interview mit mir selbst über Kanaan

  • Zuallererst, wie waren die ersten paar Tage auf Kanaan?
    Fantastisch! Ich war ja bereits vor zwei Jahren da, und im Grunde hat sich an der Unterkunft und den Aufgaben nichts geändert. Das Wetter ist viel kälter, anstatt 40 nur noch maximal 25 Grad und morgens und abends um den Gefrierpunkt, aber sonst ist es toll!
  • Wie sieht so dein Tagesablauf aus?
    Um 7:30 Uhr morgens gibt es Frühstück, mit frisch gebackenem Brot. Um 8 Uhr heisst es Morgenaufgabe, die je nach Tag variiert. Um halb zwölf ist meistens Pause mit Mittagessen bis um 14:00 Uhr. Da gehen wir meistens an den Pool, ein bisschen Sonne tanken. Nachmittagsaktivität ist auch immer was anderes, und um vier/halb fünf ist meistens Feierabend. Um sieben Uhr gibt's noch Dinner und dann geht es meistens recht früh ins Bett, weil wir alle einfach immer so hundsmüde sind.
  • Was sind so deine Aufgaben und Aktivitäten in Kanaan?
    Morgens geht es entweder auf einen Game Count, wo wir mit dem Game Viewer rumfahren und alle Tiere aufschreiben, die einem begegnen. Eine Wanderung durch den Park stand auch einmal auf dem Plan. Oder wir gehen die Zäune neben der Hauptstrasse neu aufbauen, was eine sehr anstrengende Aufgabe ist. Nachmittags heisst es entweder "Wire braiding", also das flechten von drei Drähten zu einem dickeren, um ihn dann anschliessend bei dem bereits genannten Aufbauen der Zäune zu benutzen. Oder es geht wieder auf zum Zäune aufbauen. Oder es gibt Spezialprogramm, was sich immer wieder ändern kann.
  • Was gefällt dir besonders an Kanaan?
    Uh, schwierig zu sagen. Es sind mehrere Dinge. Zum einen ist da die kleine Gruppe von Freiwilligen. Wir sind insgesamt 6 Leute, was einfach alles familiärer und entspannter macht als auf der Hauptfarm mit bis zu 90 Freiwilligen. Das Essen ist um ein Vielfaches besser als auf der Farm, vor allem das immer frische Brot ist um Welten besser als das Toastbrot auf der Farm. Auch die Zimmer, die um einiges wärmer sind als die Zelte, ist ein Pluspunkt. Zusammen mit der Dusche IN einem Gebäude mit meistens halbwarmem Wasser anstatt der Aussenduschen mit immer kaltem Wasser ist das alles ein ziemlicher Vorteil gegenüber Naankuse. 
  • Wie geht es jetzt weiter?
    Wir werden noch zwei Tage hier sein. Samstags geht es wieder zurück nach Neuras, der Zweigstelle zwischen der Hauptfarm und Kanaan und eine weiteren Research Site, wo wir noch eine weitere Woche verbringen werden. Amelie, meine Freundin aus Deutschland vom letztem Namibiatrip, wird uns dort ebenfalls treffen, auf was ich mich schon meeeeega freue! 

Kanaan Activities

Hier sind ein paar Eindrücke von den Aktivitäten, die wir auf Kanaan machen.
Game Count

Zwei mal sind wir bereits auf einem Game Count gewesen. In allerlei Schichten eingepackt und mit einer Decke bewaffnet geht es morgens für drei bis vier Stunden los. Tiere zählen. Es ist eine tolle Möglichkeit, mehr von den unendlichen Weiten Kanaans mitsamt seiner doch sehr reichen Tierwelt zu sehen!

Fence building

Neben der Hauptstrasse quer durch die Wüste Namibias braucht es einen Zaun. Zum einen, um Off-Road-Fahrer abzuhalten die Natur zu zerstören und zum anderen, weil die Regierung klare Grenzen zu Landeigentum voraussetzt. Um Tiere aber nicht daran zu hindern ein und auszugehen, haben wir Volunteers die Aufgabe, aus drei Drähten einen einzigen, dickeren zu flechten und ihn dann aufzubauen. So können die Tiere ungehindert unten durch in andere Reservate gehen.

Hike

An dem Morgen, an dem wir wandern gingen, war die Atmosphäre einfach...mystisch. Es war eine sehr kalte Nacht, was über den Bergen und Hügeln Kanaans einen Nebel heraufbeschwor, durch welchen wir wanderten. Es war einfach atemberaubend! Auch wenn wir auf der Wanderung keinen Tieren begegnet sind, war es eine traumhafte Erfahrung, durch diese magische Wüste zu laufen.

Pool time

Natürlich darf die Freizeit nicht fehlen. Vor allem Mittags, wenn die Temperaturen doch einmal netterweise auf über 20 Grad klettern, schmeissen wir uns in Bikinis (oder ich in Bikiniähnliche Unterwäsche, da mein Bikini in meinem Koffer sonst wo auf der Welt ist) und sonnen uns. Immerhin können wir nicht so bleich wie wir gekommen sind aus Namibia weggehen, auch nicht im Winter!

Apologies and News

Sorry die lange Wartezeit auf neues Material. Hier in Neuras ist das Internet so schlecht, dass wir knapp froh sein können, wenn Whattsapp Nachrichten raus gehen. Blog updaten ist dagegen schon zu grosse Kunst und hat nicht funktioniert. Deswegen kommt erst jetzt wieder was. Und bezüglich Koffer wünschte ich, ich könnte neue Nachrichten weitergeben, aber von dieser Seite gibt es leider keine Infos. Nicht wo er ist, geschweige denn wann ich ihn wiedersehe...

Neuras Weekplan

Wir sind gut in Neuras angekommen. Das Wetter ist vergleichbar mit dem in Kanaan, morgens und abends kühl, dafür ab Mittag heiss genug für Bräunungszeit. Sonntags gings gleich mit einem 10km Hike morgens los. Tiere haben wir keine gesehen, die sind hier in Neuras sowieso rar gesät, dafür sind wir durch wunderschöne Canyons gewandert. Nachmittags gab es für uns ein Wine-Tasting, da hier in Neuras Wein gemacht wird, und zwar an einem der trockensten Orten der Welt! Dafür sorgen drei natürliche Quellen, aus denen Wasser entnommen wird.
Montag gings zu einem frühen Sunrise-Breakfast inklusive einem Mini-Hike auf. Mit dem Wind haben wir uns zwar ein wenig den A abgefroren, aber der Sonnenaufgang war der Wahnsinn. Nachmittags hiess es sonnen und Bilder der Kamerafallen sortieren. Abends ging es auf einen Sundowner in das Cheetah Gehege. Sie halten sieben Geparden dort, die nicht mehr ausgewildert können. Leider.
Dienstag morgen hiess es ab in den Garten. Unsere Gruppe war super schnell und hat die Arbeit in eineinviertel Stunden erledigt gehabt. Nachmittags war chillen und bräunen in einer nahegelegenen Quelle angesagt. Gepardenfütterung am Abend durfte ebenfalls nicht fehlen.
Mittwochs ging es dann endlich frühmorgens um 6 Uhr auf nach Sossusvlei! In rekordmässigen 32 Minuten haben wird die Big Daddy Düne hinter uns gebracht! Das viele Schnaufen und Stöhnen hat sich gelohnt, denn wir waren eine der Ersten oben! Diese Aussicht ist mit nichts zu vergleichen, geschweige denn das Runterrennen! Nach dem Lunch in der benachbarten Lodge konnten wir uns noch vom anstrengenden Anstieg erholen.
Donnerstags war der Game Count dran. Gesehen haben wir für Neuras erstaunlich viele Tiere. Oryx, Warzenschwein und Zebras. Nachmittag war wieder sonnen und Film schauen angesagt:) Neuras ist wirklich Ferien in den Ferien...
Am Freitag, also morgen, geht es auf zum Naukluft Park für eine weitere 10km Wanderung. Ich freue mich bereits riesig, da sie letztes Mal einfach der Hammer war! Bilder folgen:)
Samstags gehts leider wieder zurück auf die Farm. Dort sind bereits über 90 Volunteers, es wird also kuschelig eng. Das Wetter ist auch viel kälter als hier...Yippie Yay Yey!

Hike and Wine

Sunrise Breakfast and Sundowner

Sossusvlei

Naukluft Hike and Springs

Naankuse Life

Seit einer Woche bin ich nun bereits zurück von Neuras und auf der Hauptfarm. Vieles ist geschehen. Neue Leute wurden kennengelernt. Freunde wurden verabschiedet. Aufgaben wurden bewältigt. Es wurde geflucht, geackert, gelacht und gegessen. Morgen geht es bereits wieder auf den Weg zu einer neuen Research Site, Timbila. Die Freude bei uns dreien, Amelie, Ava und mir, ist riesig. Bei 90 Leuten auf der Farm fühlt mach sich schnell einmal eingeengt und überwältigt. 7 Leute auf Timbila sind da eine reine Freude. Vor allem weil wir anscheinend gutes Internet, gutes Essen und haltet euch fest....ein eigenes Zimmer haben werden!!!
Aber das geht erst morgen los, lasst mich mal kurz die vergangene Woche rekapitulieren, die wird euch ja gerade interessieren:)

Monday

Der Morgen startete mit einer Vegetation Survey. Die Aufgabe ändert immer wieder. Wir mussten zu Fuss zwei Kamerafallen aufsuchen und mit frischen Sim-Karten und Batterien bestücken und dann die Bilder auf den beiden Sim-Karten auswerten. Spannendes war da leider nicht drauf...Nachmittags gings zum Carnivore-Feeding, also zur Raubtierfütterung. Eigentlich wirklich cool, wäre da nicht das halbieren der noch vollwertigen (jedoch immerhin toten) Hühner...mitsamt Federn, Inhalt und Köpfen...Yummy. Und mit stumpfen Messern gar nicht mal so einfach.

Tuesday

Der Dienstag startete mit dem wohl langweiligsten Morgen von allen: Project Work. Zu der eher langweiligen Aufgabe (Aufstellen eines Schlafhäuschens für die Warzenschweine) kam noch der eher unangenehme, nervige und sexistische Coordinator dazu, den wir drei alle nicht ausstehen konnten. Nachmittags waren wir immerhin ihn und die Aufgabe los und wir konnten den Tag mit einem Baboon Walk ausklingen lassen. Die Kleinen sind schon zuckersüss! (Auch wenn ich riesigen Respekt vor Affen habe, sie sind mir definitiv zu menschenähnlich)

Wednesday

Auf diesen Tag haben wir uns bereits riesig gefreut! Morgens ging es auf zum K9 Training, also zum Ort, wo die Anti-Poaching Hunde für das Reservat ausgebildet werden. Anti-Poaching ist übrigens Anti-Wilderei auf Englisch:) Das war mega spannend und die Hunde ultra süss! Zumindest bis wir sie beim Angriffs- und Beisstraining gesehen haben...Nachmittags gings auf zum Game-Count. Was anfänglich mit 1h Stehen auf dem Truck ohne jegliche Tiersichtungen angefangen hat, wurde schnell super spannend, als wir einer Zebra- und Kudu Herde begegneten! Elands waren auch dabei! Abends durften Ava, Amelie und ich mit auf einen Sunset Ride. Ich war zwar nicht so super entspannt auf dem Pferderücken (man beachte meine Vergangenheit mit namibianischen Ausritten...) aber er ist ohne jegliche Verletzungen und mit wunderschöner Stimmung vorübergegangen.

Thursday

Was ich mir als einen langweiligen Morgen vorgestellt habe mit einem Nature Walk, wurde ein richtig cooles Erlebnis. Wir konnten eine Herde Giraffen aus nächster Nähe beobachten, bewundern und fotografieren. Nachmittags war Cheetah Run angesagt, mit unserem geliebten (nicht) Coordinator vom Dienstag (Project Work). Die Geparden, die dieses Spiel (ein Stück Stoff an einer Leine, welchen man durch eine Maschine auf einem Viereck laufen lässt, um so die Geparden zum Rennen zu animieren) bereits seit einem Jahr beinahe täglich machen, waren eher weniger beeindruckt und daher faul. Es fühlte sich auch zu sehr nach Tourismusmasche an und wird darum garantiert nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung hier. 

Friday

Food Prep für Samstag und Sonntag war angesagt. Das heisst, doppelte Schnippelei, um für alle Farmtiere Futter zu beschaffen und gleichzeitiges Füttern aller Farmtiere. Und als ob diese Arbeit nicht schon genug lange gedauert hätte (wir waren erst um viertel nach zwölf fertig, obwohl 12 normalerweise Mittagspause ist) mussten wir dann auch noch das Baboon Feeding für die grossen Baboons übernehmen, da die eigentliche Gruppe dafür verhindert war. Das hiess nochmals eine halbe Stunde rausfahren, ekliges und klebriges Millipop und Gemüse über den Zaun werfen und schauen, dass man nicht vom Wagen fällt dabei. Mittagspause hatten wir so also erst um 13 Uhr. Nachmittags hiess es nochmaliges Füttern der Tiere. Das Wochenende musste verdient werden...

Friday Morning Suprise

School singing and dancing

Freitag morgens wurden wir von den Schulkindern überrascht, die uns vorgesungen und getanzt haben. Es war wunderschön mit anzusehen und auch sehr interessant, ihre Tänze mitanzusehen. Am Schluss wurden die ganz Kleinen dazu aufgefordert, uns Volunteers an der Hand zu nehmen und mit uns den Jerusalema-Tanz zu machen. Ein riesen Spass und eine gute Aktivität, um bei dem kalten Wetter aufzuwärmen und aufzuwachen!

Timbila

Samstag morgen sind wir voller Elan aufgestanden. Endlich geht es los nach Timbila! Eine Woche fern der Farm, was ein Traum! Und wir hatten auch nur Gutes über die Research Site gehört. Bereits in Reiseklamotten gingen wir also zum Meeting Point für die Morgenaufgaben. Wir hatten gehofft, dass wir durch unsere Nachmittägliche Abreise nicht für eine allzu dreckige und lange Aufgabe auserwählt werden würden (Samstags werden die Freiwilligen in random Gruppen aufgeteilt und die zu bewältigenden Aufgaben jeweils verteilt, man weiss nicht genau was man machen muss). Weit gefehlt. Genau unsere Gruppe (in den leuchtendsten und unpassendsten Klamotten) musste Baboon Walk und Baboon Feeding machen. Also die dreckigste und unangenehmste Aufgabe. Natürlich! Also ging es zuerst umziehen und dann mit den kleinsten Baboons raus, wobei wir darauf achteten, dass sie uns nicht anpissten, anscheissten oder auf unseren Schultern sassen. Für Duschen hatten wir nämlich schlicht keine Zeit und Lust mehr. Es ging recht gut und nach dem (wieder mal ekligen) Baboon Feed konnten wir endlich, als letzte Gruppe, uns auf den Weg zu unseren Zelten machen. Fertig gepackt und wieder umgezogen ging es dann endlich nach dem Lunch (und leider auch nach einem zweifachen Abschied von unseren Neuras-Freunden, die abreisen werden bevor wir wieder von Timbila zurück sind) auf den Weg nach Timbila im Nordwesten Namibias. 

Wochenplan in Stichworten.

  • Sonntag:
    Brunch mit Speck und Rührei essen. In der Sonne liegen und faulenzen bis 15:30 Uhr. Dann Futtertrog für Tiere an Wasserloch einbuddeln, sodass Nashörner und Elefanten sie nicht umstossen und zerstören können. Was eine Plackerei!
  • Montag:
    Präsentation über Timbila um 9 Uhr morgens. 10 Uhr ausfahren um Kamerafallen auszutauschen und danach sortieren der Bilder. Nachmittags zu den Löwen fahren und ihr Verhalten zusammen beobachten.
  • Dienstag:
    Morgens in Flussbett umherfahren und Geiernester suchen und eintragen. Nachmittags einen weiteren Trog einbuddeln, allerdings in noch härterer Erde. Mit einem langen Umweg wird dann in einem irren Tempo gen Sonnenuntergang zurückgefahren. 
  • Mittwoch:
    Office Work (Bilder sortieren) bis 10:30 Uhr. Dann Ausfahrt um spezielle Antilopen zu suchen und Wassertröge auffüllen. Dauerte ewig, bis 14 Uhr! Um 15 Uhr wieder los für Project work (Steine schleppen für Wasserloch). Um 18 Uhr zurück, 15min später wieder los für Pizzaabend und anschliessendem Night-Drive bis 01:30 Uhr!
  • Donnerstag
    Löwen in Enclosure füttern mit ganzem Kudu (fahrt ihr mal mit einem toten Kudu hinten aufm Pick-up mit, gibt angenehmeres), Beobachtung der Fütterung bis 11:30, dann Elefantentracking in den Bergen bis 13:30. Nach Lunch erneutes Tracking mit Sundowner. Anschliessende Begegnung mit dem Elefantenbullen und ganzer 15-köpfiger Herde! 
  • Freitag:
    Wanderung zu einer möglichen Kill-Site der Löwen morgens. Kill Site heisst, dass man auf den Tracking-Halsbändern der Löwen eine mögliche Stelle ausfindig gemacht hat, wo der Löwe eine Beute erlegt hat und diese Punkte werden abgefahren und geschaut, ob es tatsächlich eine solche Kill-Site gewesen ist.
Geiernester-Suche
Project-Work
Night-Drive
Scorpion-Attacke

Once in a Lifetime...

Es ist doch tatsächlich passiert...Das, von dem ich gehofft, geträumt habe es könne passieren...Ich habe mein absolutes afrikanisches Lieblingstier gesehen, in freier Wildbahn und ohne Zaun dazwischen!!!! Ein Leopard! 
Lasst mich erzählen, wie es genau abgelaufen ist: Wir waren gerade auf dem Weg von unserer Base zur Suche der Geiernester. Es war früh morgens, wir alle noch halb im Schlaf, als wir einen komischen Fleck auf der Strasse sahen. Wir waren allerdings noch zu weit weg, um wirklich zu sehen, was es war. Es hätte alles sein können. Da drehte sich der Fleck um und wir sahen Flecken! Uns stand der Mund offen, zu sprachlos waren wir. Der Leopard verschwand dann nach ein paar Sekunden in den Büschen neben der Strasse, aber nicht bevor wir nicht sein wunderschönes Gesicht sehen konnten. Bilder konnten wir leider keine machen, zu schnell war der Leopard wieder verschwunden, aber die Erinnerung an diesen einen Moment wird bleiben. 

Leopard Sighting!!!

Highlights der Woche

Untenstehend findest du ein paar der Highlights dieser Woche.

  • Skorpion 
    Bei unserem ersten Project Work am Sonntag sind wir einem Skorpion begegnet, von dem wir uns auch "zwicken" lassen konnten. Once in a lifetime chance!
  • Racing 
    Hanlo, der Manager hier, kenne ich bereits aus meinem letzten Aufenthalt hier. Er war früher zuständig für Fence Patrol. Damals war es immer ein Heidenspass, mit ihm zu fahren, da er langsam nicht kennt. Auch hier hat er nicht verlernt, schnell zu fahren, und so sind wir in den Genuss seiner Fahrkünste geworden. Mit der Kulisse und hinten auf dem Pickup-Truck: Once in a lifetime!
  • Office Work Party
    Wir hatten ein paar lustige Stunden beim sortieren der Bilder, als wir Songs laufen gelassen hatten und dazu gesungen und "getanzt" haben. 
  • Sunsets
    Die Sonnenuntergänge sind natürlich in ganz Afrika spektakulär, aber hinten auf einem Truck stehend, den Fahrtwind um die Ohren und mit der Kulisse ist es einfach nochmal komplett anders magisch!
  • Night Drive Sightings
    Gleich am Anfang unseres night drives sind wir einer "Brown Hyaena" begegnet. Diese Tiere gehören zu meinen Lieblingstieren hier und sehen einfach so unfassbar cool aus, als seien sie direkt aus einem Werwolf Film entsprungen!
  • Löwenfütterung
    Für die drei Löwinnen, die noch ausgewildert werden müssen, ein ganzes Kudu zu schleppen, aufzuhängen und dann dem Fressen zuzuschauen gehört definitiv nicht zu meinen alltäglichen Aufgaben, ob hier, auf der Farm oder Zuhause. Darum: Once in a lifetime!
  • Elefant Tracking
    Die Elefanten zu suchen in dieser unfassbar schönen Umgebung ist schon spektakulär, aber sie dann auch wirklich alle zu sehen, aus nächster Nähe, ist natürlich nochmals eins besser. Vor allem da wir bis auf 15 Meter oder so an sie zugehen konnten. Die eine Mutterkuh hat sich sogar in Angriffsstellung gebracht. Adrenalin pur und again: Once in a lifetime!
  • Lodge Besichtigung
    Die Lodge haben wir die ganze Woche immer wieder von weitem gesehen, und freitags war es endlich soweit: wir konnten sie besichtigen gehen. Die Bungalows sind allesamt auf einem Berghang gelegen und haben eine atemberaubende Aussicht. Mit einem kleinen Gym, einem Weinkeller samt Quelle und einem Spa ist nur schon der "allgemeine" Bereich nicht zu verachten. Aber die Hütten...Ein Traum! Kingsize-Bett mit der schönsten Aussicht, eine doppelte Dusche und einem Aussenbett mitsamt einem privaten Jaccuzi. Hätte ich 900 Franken die Nacht würde ich mir glatt überlegen, dort einmal zu übernachten! Danach ging es noch die private Villa des Investors (er bezahlt ganz Timbila) begutachten. Und ach du Sch****! 10 luxuriöse Schlafzimmer mitsamt eigenem Badezimmer, einem grossen Wohn- und Essbereich mit Küche, zwei privateren Wohnbereichen, einem riesigen Pool und ein eigenes Wasserloch samt Aussichtspunkt! Besser geht es nicht!

Good times on a Pick-Up.


PS: Gerade sind wir wieder zurück auf der Hauptfarm. Morgen (Montag) geht es bereits um 7 Uhr wieder auf nach Harnas (eine neue Research Site) für eine Woche!!! Das heisst leider aber auch bereits Abschied nehmen von Amelie, die am Dienstag nach Deutschland zurückkehren wird:(


NEWS!!!!!

Ich habe nicht mehr daran geglaubt, aber gestern ist doch tatsächlich das Unsagbare passiert. Ich sitze ganz normal in der Lapa nach dem Abendessen, es ist bereits dunkel draussen, da kam ein älterer Mann vorbei der fragte, ob wer einen Koffer vermisst. Ich ganz normal so: "Ja, ich, aber bereits seit knapp 5 Wochen!" Und als ich hinter den Mann schaute, sah ich Matt, ein Coordinator, mit einem sehr bekannten Koffer! Mein Koffer hat es doch tatsächlich geschafft!!!! Nach so langer Zeit! Meine Freude war riesig, ich musste fast weinen. Jetzt stellt sich allerdings ein anderes Problem...Ich habe zu viele Sachen!:) Ich kann ich mich gar nicht entscheiden, was ich nach Harnas mitnehme und was nicht...Ich nehme aber glaube ich einfach den ganzen verdammten Koffer mit, einfach nur damit ich ihn noch die letzten beiden Wochen hier geniessen kann. Finally!!!!

Harnas

Lange ists her, seitdem ich was Neues gepostet habe. Hauptsächlich, weil ich Harnas für eine Woche besucht habe und es dort in den Volunteer Zelten keine Elektrizität hat, ich demnach also auch mein Tablet nicht aufladen konnte. Aber fangen wir von vorne an...

Why Harnas

Ich habe eigentlich schon vorab die Meinung gehabt (ich kenne Harnas übrigens aus einer Sendung, die sie mal gedreht haben), dass ich Harnas nicht mag, einfach weil man als Tourist Geparden streicheln durfte. Und das ist meiner Meinung nach nicht die Message, die man als Sanctuary verbreiten sollte. Und darum wollte ich erst, als Ava mir vorgeschlagen hat unsere letzte Woche dort zu verbringen, gar nicht dorthin. Aber hey, ich bin nur noch einmal als Volunteer in Namibia und wir mussten nichts zahlen, also gings doch dorthin. Meine Meinung über Harnas wurde aber trotz dieser Woche nicht verbessert. Eher im Gegenteil, sie wurde noch verschlechtert. Warum, werde ich euch gleich erklären;)

What did we do

Harnas ist eine eher kleine Farm, also klein mit der Anzahl Freiwilligen. Es sind immer nur max. 20 Personen dort, was die Auswahl an Aktivitäten gering macht. 
Food Prep & Feeding
 Inside Feeding & Outside Feeding

Harnas hat viele Tiere, vor allem auf der Farm selbst. Baboons, Vervets, Mongooses, Meerkats, Sheeps, Cats, Dogs und natürlich die ganzen Raubtiere draussen. Für diese Tiere braucht es Unmengen an Futter, welches wir einen ganzen Tag lang vorbereiten durfen. Ich habe es in dieser Woche auf ganze vier Mal Foodprep geschaft...

Caretaking
Babys and others

Die 5 Baby-Goats brauchen ihre Milch, das "Baby"-Kudu und der "Baby"-Esel auch, die restlichen Tiere müssen ebenfalls gefüttert werden, ältere Tiere müssen für die Nacht von drinnen nach draussen oder umgekehrt gebracht werden, die Baboons müssen einen Spaziergang machen und allgemein braucht es immer irgendwo eine helfende Hand.

Game Count
Less animals than expected...

Harnas ist nicht ganz so gross wie Naankuse und hat dementsprechend auch nicht so viele Tiere. Dass sie während Corona viele der Tiere für Raubtierfutter schiessen mussten, hilft da auch nicht gerade der Population. Gesehen und gezählt haben wir dementsprechend eher wenige Tiere. Ein paar Wildebeest, ein paar Impalas und Springboks und zwei Zebras. Viel mehr gibts sowieso nicht zu zählen.

What I liked:

Die dutzenden Katzen waren der Hammer. Von kleinen Babykätzchen zu grossen, kuschligen Katzen in allen Farben und Grössen. Auch die Hunde dort, vor allem die beiden Great Danes Brutus und Beatie in Foodprep waren cute. Sie haben die Tage erträglich gemacht. Die Leute waren auch ganz toll, nur hat man gemerkt, dass bei einer so kleinen Gruppe über eine lange Zeit Rivalitäten viel eher zum Vorschein kommen als in Naankuse, wo so viele Leute auf einmal sind und wo man einfach auf andere Leute ausweichen kann. Das Areal der Farm war auch wunderschön, sehr grün und crazy und einfach schön gemacht. Die Tiere, egal welche, waren immer in der Nähe. So nah wird man Wildtieren wohl nie mehr kommen!

What did I not like:

  • Übergewicht
    90% der Tiere waren übergewichtig. Und nicht nur ein bisschen, sondern massiv. Egal ob die Katzen und Hunde, die Erdmännchen, die Schafe oder die Raubtiere draussen. Es ist schockierend, vor allem wenn man Leoparden und Löwen mit wortwörtlich am Boden hängenden Bäuchen sieht. Die Ausrede ist immer die gleiche, wenn man fragt, warum die alle so dick sind. Sie sind alt...Was ne Scheiss Ausrede! Aber gewundert hats einen Nicht, wenn man sieht was die Erdmännchen zu essen bekommen. Normalerweise und in freier Wildbahn besteht ihre Diät aus kleinen Tieren und Insekten. Also Fleisch. In Harnas haben sie Essenreste wie Pasta und Reis bekommen, dazu Kartoffelstock, Joghurt, Rührei und ein bisschen Fleisch. Hallo!? Gegessen haben sie meistens nur das Fleisch, unnötig war der Aufwand also noch dazu. 
  • Aufwand
    Viele der Tiere, darunter alle Erdmännchen (Erwachsene und gesunde Erdmännchen, um das mal klarzustellen) und das Kudu und der Esel (beide Teenager) mussten über Nacht in ein warmes Zimmer geholt werden. Der Stress, den das Einfangen für die Tiere und die Freiwilligen jeden Abend bedeutete, könnt ihr euch vorstellen. Ich denke mal das Wildtiere dafür gemacht wären, über Nacht auch im Winter nicht zu erfrieren. Und wenn es doch mal ultra kalt wird, sollten zusätzliche Decken oder eine Wärmeflaschen doch eigentlich reichen. Sollte man meinen.
  • Unnötige Arbeit
    Auch genervt hat, das viele Aufgaben unnötig erschienen sind. Als wollten sie die Freiwilligen manchmal einfach nur beschäftigen. Sei es jeden Tag das Gehege der Erdmännchen von nicht-existentem Schmutz befreien oder alte Stühle abschleifen, die bereits am auseinanderfallen sind, um sie neu zu streichen. Man fühlte sich manchmal leicht verarscht. 
  • Gehege
    Manche Gehege erschienen uns sehr klein oder an einem Ort, wo alles und jeder durchgehen musste. Ein paar Beispiele: Die Bat-Eared Foxes, drei in der Anzahl, waren an einem Ort untergebracht, wo jeder gezwungenermassen manchmal durchlaufen musste, da er direkt vor der Wäscherei war. Auch die Katzen gingen ein und aus. Und für Tiere, die normalerweise sehr scheu sind, muss das ein enormer Stress sein. Oder zumindest einfach sehr unangenehm. Oder ein Baboon names Jacob, der von Menschen aufgezogen und leider auch misshandelt wurde und jetzt in Harnas lebt. Er lebt allerdings alleine, weil er nicht mit anderen Baboons klarkommt, und sitzt tagein-tagaus in einem Gitterkäfig von ungefähr 30 Quadratmetern. Ohne direktem Sonnenlicht. Auf unsere Frage hin, warum er dort drin leben muss, hiess es, er sei zu gefährlich für alles andere, da er es bereits geschafft hätte über Zäune zu klettern und Zahlenschlösser aufzuknobeln und dann Menschen anzugreifen... Wäre es da nicht die tierfreundlichere und humanere Alternative ihn einzuschläfern? Es gibt noch andere Beispiele, diese zwei waren aber die beiden, die mich am meisten gestresst haben. 
  • Organisation
    Die Organisation war, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Die Tage änderten sich durchgehend, Aufgaben wurden eher willkürlich verteilt und manchmal stand man einfach so rum und wusste nicht genau, was man jetzt machen musste. Da es nur einen Coordinator für alle vier Gruppen gab der dazu noch seine eigenen Aufgaben zu bewältigen hatte, war es auch keine Überraschung, dass es ein bisschen ungeplant war. Aber auch die Kommunikation zwischen den Leuten und zu den Freiwilligen liess zu wünschen übrig. Anstatt uns über die neusten und wichtigen Dinge an unseren Meetings ( die zweimal täglich stattfanden) zu informieren, wussten wir manchmal gar nicht, was Sache war und dass Essenspläne sich geändert hatten und und und. Ein extremes Beispiel: Es gab ein Babyschaf namens Levi, das wir täglich mehrmals mit Milch füttern mussten. Das haben wir an unserem letzten Tag nochmal gemacht, nachdem wir mit dem Füttern der beiden jüngsten Schafsneuzugänge waren und noch Milch übrigen hatten. Mitten im Füttern fiel Levi um, rollte die Augen nach hinten und hörte auf zu atmen. In voller Panik begann Ava mit einer Art Herzmassage, während ich einen Coordinator suchte. Während ich weg war, ist Levi einfach wieder auferstanden und hat weiter getrunken. Der Coordinator hat uns danach informiert, dass wir speziell Levi nie mit der Flasche mit dem grossen Loch am Schnabel füttern dürften, da sie sich sonst selbst ertränken würde sozusagen. Hat uns das aber jemals wer gesagt?! Natürlich nicht, ist ja nicht so wichtig. Und anscheinend ist das Gleiche in dieser Woche noch mindestens ein weiteres Mal passiert. Aber hey, was macht ein Schaf mehr oder weniger und ein Herzinfarkt bei Volunteers aus, nicht wahr?

Zusammenfassung

Alles in allem war es eine ereignisreiche Woche, von der ich viele Geschichten, manche besser als andere, erzählen kann. Ich habe definitiv auch viel gelernt, und deswegen bin ich ja auch hier. Ich bereue es nicht, nach Harnas gegangen zu sein, ich bin froh habe ich mich dafür entschieden. Aber ich bin verdammt froh, jetzt wieder auf Naankuse zu sein, zurück wo ich mich wohlfühle und wo ich weiss, was genau ich wo und wie machen muss. Am Freitag geht es wieder auf in Richtung Schweiz, ich freue mich bereits darauf. Bis dahin geniesse ich aber noch die letzten Tage auf der Farm.

Harnasbilder

Last Days at the Naankuse

Meine letzten vier Tage in Naankuse haben begonnen. Es fühlt sich surreal an, und ganz ist es noch nicht in mich eingedrungen, dass meine Namibia Reise bald zu Ende sein wird. So richtig. Für eine lange Zeit werde ich nicht mehr hierherkommen, und sehr wahrscheinlich schon gar nicht als Freiwillige. Und genau dieser Gedanke ist der Erschrenkendste. Auch wenn ich mich freue, endlich wieder nach Hause zu kommen, will ich nicht gehen. Denn dann ist dieses Abenteuer zu Ende...Aber ganz ehrlich, wenn ich schon gehen muss, dann war diese Woche einfach ein unglaubliches Geschenk. Seht selbst!

What happened this week:

  • Tuesday
    Da ich bis dahin noch kein Rhino Rangers gemacht habe, habe ich diese Gruppe morgens besucht. Und mit vollem Erfolg! Nicht nur haben wir 4 Nashörner gesehen, sondern auch zwei der drei Löwinnen im Reservat! Aus nächster Nähe, da sie vor kurzem zwei Elands gerissen hatten und noch bei ihrer sogenannten "Kill-site" rumgehangen sind. Was für ein Start in meine letzte Woche!
  • Mittwoch
    Mittwochs war Foodprep angesagt und Small Animal Feeding. Also einfach Füttern der Tiere auf der Farm. Irgendwie schön, sie nochmals zu sehen, obwohl ich vorhabe, am Freitagnachmittag, bevor ich auf den Flughafen gehen muss, nochmals dort mitzuhelfen um die Tiere ein letztes Mal zu sehen. 
  • Mittwoch Night Drive
    Kurzfristig haben Ava und ich uns noch für den angesagten Night Drive in dieser Nacht angemeldet. Von 21 Uhr bis halb zwölf ging es für uns im Game Viewer ins Reservat. Viel gesehen haben wir anfangs nicht, weswegen wir recht schnell alle eingeschlafen sind. Auf einem offenen Wagen durch die Savanna schlafend zu fahren haben bestimmt auch noch nicht viele gemacht;) Aber letztendlich konnten wir voller Glück behaupten, alle drei Löwinnen gesehen zu haben! 
  • Donnerstag
    Für uns hiess es Research mit Elefant Tracking. Die Elfanten haben wir auch tatsächlich gefunden, allerdings nur von weitem und grösstenteils nur ihre Hinterteile. Dann aber haben wir weitere drei Nashörner gesehen! Was ein Tag!
  • Freitag
    Ich war hin und hergerissen zwischen zwei Aktivitäten, die ich an meinem letzten Morgen gerne machen würde. Nature Walk oder Horses. Als es hiess, dass sie erst am Nachmittag reiten würden, entschied ich mich für den Nature Walk. Er war wirklich cool, und wir haben noch Springboks, einen Giraffen und Zebras gesehen. Als ich zurückkam, habe ich mitbekommen, dass sie doch bereits morgens ausgeritten sind. Tja, da hatte ich wohl Pech gehabt. Nachmittags half ich bei Small Animal Feeding aus, da ich um 17 Uhr abgeholt werden würde und nicht mehr die Zeit hatte, etwas anderes ausserhalb der Farm zu erledigen. Es ist komisch, irgendwie hatte ich die ganze Zeit nicht das Gefühl, dass es mein letzter Tag ist...Alles ist so surreal, und wirklich angekommen ist es bei mir noch nicht. 
Warum zeige ich keine Elefanten und Nashöner?

Es hat einen ganz bestimmten Grund, warum ihr hier auf meinem Blog noch nie und niemals Bilder von Elefanten und Nashörner sehen werdet. Erstens haben sie uns in Naankuse darum gebeten, diese Bilder und Videos von Social Media fernzuhalten. Und zwar deswegen, weil es Wilderern auch mit kleinsten Hinweisen wie Bäumen, Felsformationen oder Bergen im Hintergrund möglich sein kann, die Tiere auf den Punkt genau zu lokalisieren, sollten unsere Fotos und Videos in falsche Hände geraten. Und ganz ehrlich, das wenige bisschen "Fame" das ich bekomme für die Bilder ist es mir nicht wert, eventuell diese atemberaubenden Tiere zu bedrohen. Deswegen müsst ihr mich wohl nach den Bildern fragen, wenn ihr sie sehen wollt. Und sie sind sehenswert, so viel kann ich euch sagen:)

Goodbye

Die Zeit ist da. Leider. Um Abschied zu nehmen. Tschüss Namibia, tschüss Naankuse, vielen vielen Dank für die weiteren 6 Wochen voller unvergesslicher Momente, atemberaubenden Augenblicken und herzzerreissenden Aussichten! Du warst ein weiteres Mal ein Traum für mich, der wahrgeworden ist. Dieses Mal sogar ohne jegliche Verletzungs- oder Pandemieunterbrüchen:) Ich werde alle Tiere, die ganzen Landschaften, die Leute und die Arbeit hier vermissen. Für immer. Alles hier wird mir in guter Erinnerung bleiben und ich kann voller Dankbarkeit auf diese Zeit zurückblicken. Mach's gut und wer weiss, wann man sich wiedersieht! 

Ausblick

Wie heisst es doch so schön: Das Ende einer Reise ist der Beginn einer Neuen. Und genau das habe ich vor. Es liegen ja noch 8 Wochen Südafrika vor mir (irgendwann) und nächsten Sommer habe ich ganz fest vor, mit den Mädels, die ihr hier kennengelernt habt, wieder zusammenzufinden und weitere Länder zusammen unsicher zu machen. Ganz weit oben auf meiner Liste stehen diverse Südamerikanische Länder. Und die Galapagos Inseln. Tauchen, tauchen und nochmals tauchen! Backpacking schadet auch meinem Konto nicht ganz so sehr wie Freiwilligenarbeit:) Darum, freut euch bereits auf weitere Einblicke in meine Reisen nächstes Jahr! Ich freue mich auf jeden Fall bereits riesig darauf!