New year, new chance, new try. Nach dem Pandemiedesaster in 2020 schaffe ich es zwei Jahr danach endlich wieder auf Namibia. Mit vielen Flüchen, Tränen und Schweiss habe ich es durch das Buchen und Planen der Reise geschafft und bin jetzt endlich wieder zurück!!!
Auch wenn die Planung zusammen mit Ava und Amelie (zwei Mädels, die ich letztes Mal in Namibia getroffen habe) bereits Anfang Februar begonnen hatte, bekamen wir erst Ende Mai den endgültigen Bescheid, dass wir nach Naankuse gehen können. Leicht stressig und nervig. Die Flüge mussten natürlich bereits vorher gebucht werden. Und Flüge ohne Zusage für die Unterkunft zu buchen ist...kein gutes Gefühl. In der Woche vor meiner Abreise kam dann auch noch eine spontane Flugänderung der Airline dazu, was mich definitiv noch ein paar Nerven kosten wird. Denn anstatt von Zürich nach Frankfurt mit 2h Layover dort änderte sich die Verbindung zu Zürich-Venedig-Frankfurt mit je einer Stunde Layover. Wir werden sehen wie es werden wir, wenn ich nur eine Stunde Transit im Frankfurter Flughafen habe...Berichte später:)
Wie bereits vermutet war der Hinflug (oder besser gesagt die drei Hinflüge) super stressig. Der Flug von Zürich nach Venedig ist pünktlich gestartet, und dann kam der Flug nach Frankfurt. Mit der Verspätung von etwa 30 Minuten kam ich mit einem Layover von ebenfalls 30min im Frankfurter Flughafen an, was mich von einem Gate zum anderen hetzen liess. Mitsamt extrem langsamen Mitarbeitern in der Security extrem stressig. Natürlich hatte dann aber auch der Flug nach Windhuk Verspätung. Mein Koffer hat es aber trotz allem nicht geschafft. In Windhuk wartete ich eine Ewigkeit, doch mein Koffer kam nicht. Also hiess es eine Vermisstenanzeige bei Eurowings abgeben (mit kaum funktionierendem Internet und einer extrem unhöflichen Schalterdame extrem schwierig), Geld abheben und eine Sim-Karte besorgen. Immerhin hatte ich jetzt Internet. Dachte ich...
Ohne Koffer, aber Mutter sei Dank mit vollgepacktem Handgepäck mit dem Wichtigsten für die ersten Tage, in der Farm angekommen, habe ich direkt ein Zimmer bekommen, zusammen mit Ava, welche bereits vor 2 Tagen angekommen ist. Unter Geschrei haben wir uns schliesslich um die Mittagszeit endlich getroffen. Nach mehr als zwei Jahren!!! Einfach unglaublich, dass wir es endlich geschafft haben!
Irgendwie will mir jemand den Anfang in diesem Land schwer machen. Zuerst kommt mein Koffer nicht an. Ärgerlich, aber vorausgesehen. Dann ist das Wetter leicht unausstehlich und saukalt, nichts im Vergleich zum letzten Mal im Februar/März, wo wir am liebsten 24/7 mit dem Bikini rumgelaufen wären. Jetzt ist es knapp 20 Grad, aber mit dem eiskalten Wind fühlt es sich nach knappen 15 Grad an. Und in der Nacht und am frühen Morgen...naja, den A abfrieren ist noch nett daher gesagt. Da die Dusche unter freiem Himmel steht und im Moment kein warmes Wasser zur Verfügung steht, wird bei mir das Duschen auch auf das Minimum zurückgefahren. Um den holprigen Start noch perfekt zu machen, macht mein Access Point für Internetzugang nach jahrelangem unermüdlichem Einsatz schlapp. Nicht einmal mein persönlicher IT-Spezialist namens Papa kann da noch helfen. Mit der neu gekauften Simkarte für das Handy will es auch nicht funktionieren...Aber davon lasse ich mich nicht (oder nur kurz) unterkriegen. Bereits zwei Tage nach Anreise sind nämlich Ava und ich wieder unterwegs nach Kanaan, einer Research Site von Naankuse in der Wüste Namibias. Lets goooo!
Zwei mal sind wir bereits auf einem Game Count gewesen. In allerlei Schichten eingepackt und mit einer Decke bewaffnet geht es morgens für drei bis vier Stunden los. Tiere zählen. Es ist eine tolle Möglichkeit, mehr von den unendlichen Weiten Kanaans mitsamt seiner doch sehr reichen Tierwelt zu sehen!
Neben der Hauptstrasse quer durch die Wüste Namibias braucht es einen Zaun. Zum einen, um Off-Road-Fahrer abzuhalten die Natur zu zerstören und zum anderen, weil die Regierung klare Grenzen zu Landeigentum voraussetzt. Um Tiere aber nicht daran zu hindern ein und auszugehen, haben wir Volunteers die Aufgabe, aus drei Drähten einen einzigen, dickeren zu flechten und ihn dann aufzubauen. So können die Tiere ungehindert unten durch in andere Reservate gehen.
An dem Morgen, an dem wir wandern gingen, war die Atmosphäre einfach...mystisch. Es war eine sehr kalte Nacht, was über den Bergen und Hügeln Kanaans einen Nebel heraufbeschwor, durch welchen wir wanderten. Es war einfach atemberaubend! Auch wenn wir auf der Wanderung keinen Tieren begegnet sind, war es eine traumhafte Erfahrung, durch diese magische Wüste zu laufen.
Natürlich darf die Freizeit nicht fehlen. Vor allem Mittags, wenn die Temperaturen doch einmal netterweise auf über 20 Grad klettern, schmeissen wir uns in Bikinis (oder ich in Bikiniähnliche Unterwäsche, da mein Bikini in meinem Koffer sonst wo auf der Welt ist) und sonnen uns. Immerhin können wir nicht so bleich wie wir gekommen sind aus Namibia weggehen, auch nicht im Winter!
Sorry die lange Wartezeit auf neues Material. Hier in Neuras ist das Internet so schlecht, dass wir knapp froh sein können, wenn Whattsapp Nachrichten raus gehen. Blog updaten ist dagegen schon zu grosse Kunst und hat nicht funktioniert. Deswegen kommt erst jetzt wieder was. Und bezüglich Koffer wünschte ich, ich könnte neue Nachrichten weitergeben, aber von dieser Seite gibt es leider keine Infos. Nicht wo er ist, geschweige denn wann ich ihn wiedersehe...
Wir sind gut in Neuras angekommen. Das Wetter ist vergleichbar mit dem in Kanaan, morgens und abends kühl, dafür ab Mittag heiss genug für Bräunungszeit. Sonntags gings gleich mit einem 10km Hike morgens los. Tiere haben wir keine gesehen, die sind hier in Neuras sowieso rar gesät, dafür sind wir durch wunderschöne Canyons gewandert. Nachmittags gab es für uns ein Wine-Tasting, da hier in Neuras Wein gemacht wird, und zwar an einem der trockensten Orten der Welt! Dafür sorgen drei natürliche Quellen, aus denen Wasser entnommen wird.
Montag gings zu einem frühen Sunrise-Breakfast inklusive einem Mini-Hike auf. Mit dem Wind haben wir uns zwar ein wenig den A abgefroren, aber der Sonnenaufgang war der Wahnsinn. Nachmittags hiess es sonnen und Bilder der Kamerafallen sortieren. Abends ging es auf einen Sundowner in das Cheetah Gehege. Sie halten sieben Geparden dort, die nicht mehr ausgewildert können. Leider.
Dienstag morgen hiess es ab in den Garten. Unsere Gruppe war super schnell und hat die Arbeit in eineinviertel Stunden erledigt gehabt. Nachmittags war chillen und bräunen in einer nahegelegenen Quelle angesagt. Gepardenfütterung am Abend durfte ebenfalls nicht fehlen.
Mittwochs ging es dann endlich frühmorgens um 6 Uhr auf nach Sossusvlei! In rekordmässigen 32 Minuten haben wird die Big Daddy Düne hinter uns gebracht! Das viele Schnaufen und Stöhnen hat sich gelohnt, denn wir waren eine der Ersten oben! Diese Aussicht ist mit nichts zu vergleichen, geschweige denn das Runterrennen! Nach dem Lunch in der benachbarten Lodge konnten wir uns noch vom anstrengenden Anstieg erholen.
Donnerstags war der Game Count dran. Gesehen haben wir für Neuras erstaunlich viele Tiere. Oryx, Warzenschwein und Zebras. Nachmittag war wieder sonnen und Film schauen angesagt:) Neuras ist wirklich Ferien in den Ferien...
Am Freitag, also morgen, geht es auf zum Naukluft Park für eine weitere 10km Wanderung. Ich freue mich bereits riesig, da sie letztes Mal einfach der Hammer war! Bilder folgen:)
Samstags gehts leider wieder zurück auf die Farm. Dort sind bereits über 90 Volunteers, es wird also kuschelig eng. Das Wetter ist auch viel kälter als hier...Yippie Yay Yey!
Seit einer Woche bin ich nun bereits zurück von Neuras und auf der Hauptfarm. Vieles ist geschehen. Neue Leute wurden kennengelernt. Freunde wurden verabschiedet. Aufgaben wurden bewältigt. Es wurde geflucht, geackert, gelacht und gegessen. Morgen geht es bereits wieder auf den Weg zu einer neuen Research Site, Timbila. Die Freude bei uns dreien, Amelie, Ava und mir, ist riesig. Bei 90 Leuten auf der Farm fühlt mach sich schnell einmal eingeengt und überwältigt. 7 Leute auf Timbila sind da eine reine Freude. Vor allem weil wir anscheinend gutes Internet, gutes Essen und haltet euch fest....ein eigenes Zimmer haben werden!!!
Aber das geht erst morgen los, lasst mich mal kurz die vergangene Woche rekapitulieren, die wird euch ja gerade interessieren:)
Der Morgen startete mit einer Vegetation Survey. Die Aufgabe ändert immer wieder. Wir mussten zu Fuss zwei Kamerafallen aufsuchen und mit frischen Sim-Karten und Batterien bestücken und dann die Bilder auf den beiden Sim-Karten auswerten. Spannendes war da leider nicht drauf...Nachmittags gings zum Carnivore-Feeding, also zur Raubtierfütterung. Eigentlich wirklich cool, wäre da nicht das halbieren der noch vollwertigen (jedoch immerhin toten) Hühner...mitsamt Federn, Inhalt und Köpfen...Yummy. Und mit stumpfen Messern gar nicht mal so einfach.
Der Dienstag startete mit dem wohl langweiligsten Morgen von allen: Project Work. Zu der eher langweiligen Aufgabe (Aufstellen eines Schlafhäuschens für die Warzenschweine) kam noch der eher unangenehme, nervige und sexistische Coordinator dazu, den wir drei alle nicht ausstehen konnten. Nachmittags waren wir immerhin ihn und die Aufgabe los und wir konnten den Tag mit einem Baboon Walk ausklingen lassen. Die Kleinen sind schon zuckersüss! (Auch wenn ich riesigen Respekt vor Affen habe, sie sind mir definitiv zu menschenähnlich)
Auf diesen Tag haben wir uns bereits riesig gefreut! Morgens ging es auf zum K9 Training, also zum Ort, wo die Anti-Poaching Hunde für das Reservat ausgebildet werden. Anti-Poaching ist übrigens Anti-Wilderei auf Englisch:) Das war mega spannend und die Hunde ultra süss! Zumindest bis wir sie beim Angriffs- und Beisstraining gesehen haben...Nachmittags gings auf zum Game-Count. Was anfänglich mit 1h Stehen auf dem Truck ohne jegliche Tiersichtungen angefangen hat, wurde schnell super spannend, als wir einer Zebra- und Kudu Herde begegneten! Elands waren auch dabei! Abends durften Ava, Amelie und ich mit auf einen Sunset Ride. Ich war zwar nicht so super entspannt auf dem Pferderücken (man beachte meine Vergangenheit mit namibianischen Ausritten...) aber er ist ohne jegliche Verletzungen und mit wunderschöner Stimmung vorübergegangen.
Was ich mir als einen langweiligen Morgen vorgestellt habe mit einem Nature Walk, wurde ein richtig cooles Erlebnis. Wir konnten eine Herde Giraffen aus nächster Nähe beobachten, bewundern und fotografieren. Nachmittags war Cheetah Run angesagt, mit unserem geliebten (nicht) Coordinator vom Dienstag (Project Work). Die Geparden, die dieses Spiel (ein Stück Stoff an einer Leine, welchen man durch eine Maschine auf einem Viereck laufen lässt, um so die Geparden zum Rennen zu animieren) bereits seit einem Jahr beinahe täglich machen, waren eher weniger beeindruckt und daher faul. Es fühlte sich auch zu sehr nach Tourismusmasche an und wird darum garantiert nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung hier.
Food Prep für Samstag und Sonntag war angesagt. Das heisst, doppelte Schnippelei, um für alle Farmtiere Futter zu beschaffen und gleichzeitiges Füttern aller Farmtiere. Und als ob diese Arbeit nicht schon genug lange gedauert hätte (wir waren erst um viertel nach zwölf fertig, obwohl 12 normalerweise Mittagspause ist) mussten wir dann auch noch das Baboon Feeding für die grossen Baboons übernehmen, da die eigentliche Gruppe dafür verhindert war. Das hiess nochmals eine halbe Stunde rausfahren, ekliges und klebriges Millipop und Gemüse über den Zaun werfen und schauen, dass man nicht vom Wagen fällt dabei. Mittagspause hatten wir so also erst um 13 Uhr. Nachmittags hiess es nochmaliges Füttern der Tiere. Das Wochenende musste verdient werden...
Freitag morgens wurden wir von den Schulkindern überrascht, die uns vorgesungen und getanzt haben. Es war wunderschön mit anzusehen und auch sehr interessant, ihre Tänze mitanzusehen. Am Schluss wurden die ganz Kleinen dazu aufgefordert, uns Volunteers an der Hand zu nehmen und mit uns den Jerusalema-Tanz zu machen. Ein riesen Spass und eine gute Aktivität, um bei dem kalten Wetter aufzuwärmen und aufzuwachen!
Samstag morgen sind wir voller Elan aufgestanden. Endlich geht es los nach Timbila! Eine Woche fern der Farm, was ein Traum! Und wir hatten auch nur Gutes über die Research Site gehört. Bereits in Reiseklamotten gingen wir also zum Meeting Point für die Morgenaufgaben. Wir hatten gehofft, dass wir durch unsere Nachmittägliche Abreise nicht für eine allzu dreckige und lange Aufgabe auserwählt werden würden (Samstags werden die Freiwilligen in random Gruppen aufgeteilt und die zu bewältigenden Aufgaben jeweils verteilt, man weiss nicht genau was man machen muss). Weit gefehlt. Genau unsere Gruppe (in den leuchtendsten und unpassendsten Klamotten) musste Baboon Walk und Baboon Feeding machen. Also die dreckigste und unangenehmste Aufgabe. Natürlich! Also ging es zuerst umziehen und dann mit den kleinsten Baboons raus, wobei wir darauf achteten, dass sie uns nicht anpissten, anscheissten oder auf unseren Schultern sassen. Für Duschen hatten wir nämlich schlicht keine Zeit und Lust mehr. Es ging recht gut und nach dem (wieder mal ekligen) Baboon Feed konnten wir endlich, als letzte Gruppe, uns auf den Weg zu unseren Zelten machen. Fertig gepackt und wieder umgezogen ging es dann endlich nach dem Lunch (und leider auch nach einem zweifachen Abschied von unseren Neuras-Freunden, die abreisen werden bevor wir wieder von Timbila zurück sind) auf den Weg nach Timbila im Nordwesten Namibias.
Es ist doch tatsächlich passiert...Das, von dem ich gehofft, geträumt habe es könne passieren...Ich habe mein absolutes afrikanisches Lieblingstier gesehen, in freier Wildbahn und ohne Zaun dazwischen!!!! Ein Leopard!
Lasst mich erzählen, wie es genau abgelaufen ist: Wir waren gerade auf dem Weg von unserer Base zur Suche der Geiernester. Es war früh morgens, wir alle noch halb im Schlaf, als wir einen komischen Fleck auf der Strasse sahen. Wir waren allerdings noch zu weit weg, um wirklich zu sehen, was es war. Es hätte alles sein können. Da drehte sich der Fleck um und wir sahen Flecken! Uns stand der Mund offen, zu sprachlos waren wir. Der Leopard verschwand dann nach ein paar Sekunden in den Büschen neben der Strasse, aber nicht bevor wir nicht sein wunderschönes Gesicht sehen konnten. Bilder konnten wir leider keine machen, zu schnell war der Leopard wieder verschwunden, aber die Erinnerung an diesen einen Moment wird bleiben.
Leopard Sighting!!!
PS: Gerade sind wir wieder zurück auf der Hauptfarm. Morgen (Montag) geht es bereits um 7 Uhr wieder auf nach Harnas (eine neue Research Site) für eine Woche!!! Das heisst leider aber auch bereits Abschied nehmen von Amelie, die am Dienstag nach Deutschland zurückkehren wird:(
Ich habe nicht mehr daran geglaubt, aber gestern ist doch tatsächlich das Unsagbare passiert. Ich sitze ganz normal in der Lapa nach dem Abendessen, es ist bereits dunkel draussen, da kam ein älterer Mann vorbei der fragte, ob wer einen Koffer vermisst. Ich ganz normal so: "Ja, ich, aber bereits seit knapp 5 Wochen!" Und als ich hinter den Mann schaute, sah ich Matt, ein Coordinator, mit einem sehr bekannten Koffer! Mein Koffer hat es doch tatsächlich geschafft!!!! Nach so langer Zeit! Meine Freude war riesig, ich musste fast weinen. Jetzt stellt sich allerdings ein anderes Problem...Ich habe zu viele Sachen!:) Ich kann ich mich gar nicht entscheiden, was ich nach Harnas mitnehme und was nicht...Ich nehme aber glaube ich einfach den ganzen verdammten Koffer mit, einfach nur damit ich ihn noch die letzten beiden Wochen hier geniessen kann. Finally!!!!
Lange ists her, seitdem ich was Neues gepostet habe. Hauptsächlich, weil ich Harnas für eine Woche besucht habe und es dort in den Volunteer Zelten keine Elektrizität hat, ich demnach also auch mein Tablet nicht aufladen konnte. Aber fangen wir von vorne an...
Ich habe eigentlich schon vorab die Meinung gehabt (ich kenne Harnas übrigens aus einer Sendung, die sie mal gedreht haben), dass ich Harnas nicht mag, einfach weil man als Tourist Geparden streicheln durfte. Und das ist meiner Meinung nach nicht die Message, die man als Sanctuary verbreiten sollte. Und darum wollte ich erst, als Ava mir vorgeschlagen hat unsere letzte Woche dort zu verbringen, gar nicht dorthin. Aber hey, ich bin nur noch einmal als Volunteer in Namibia und wir mussten nichts zahlen, also gings doch dorthin. Meine Meinung über Harnas wurde aber trotz dieser Woche nicht verbessert. Eher im Gegenteil, sie wurde noch verschlechtert. Warum, werde ich euch gleich erklären;)
Harnas hat viele Tiere, vor allem auf der Farm selbst. Baboons, Vervets, Mongooses, Meerkats, Sheeps, Cats, Dogs und natürlich die ganzen Raubtiere draussen. Für diese Tiere braucht es Unmengen an Futter, welches wir einen ganzen Tag lang vorbereiten durfen. Ich habe es in dieser Woche auf ganze vier Mal Foodprep geschaft...
Die 5 Baby-Goats brauchen ihre Milch, das "Baby"-Kudu und der "Baby"-Esel auch, die restlichen Tiere müssen ebenfalls gefüttert werden, ältere Tiere müssen für die Nacht von drinnen nach draussen oder umgekehrt gebracht werden, die Baboons müssen einen Spaziergang machen und allgemein braucht es immer irgendwo eine helfende Hand.
Harnas ist nicht ganz so gross wie Naankuse und hat dementsprechend auch nicht so viele Tiere. Dass sie während Corona viele der Tiere für Raubtierfutter schiessen mussten, hilft da auch nicht gerade der Population. Gesehen und gezählt haben wir dementsprechend eher wenige Tiere. Ein paar Wildebeest, ein paar Impalas und Springboks und zwei Zebras. Viel mehr gibts sowieso nicht zu zählen.
Die dutzenden Katzen waren der Hammer. Von kleinen Babykätzchen zu grossen, kuschligen Katzen in allen Farben und Grössen. Auch die Hunde dort, vor allem die beiden Great Danes Brutus und Beatie in Foodprep waren cute. Sie haben die Tage erträglich gemacht. Die Leute waren auch ganz toll, nur hat man gemerkt, dass bei einer so kleinen Gruppe über eine lange Zeit Rivalitäten viel eher zum Vorschein kommen als in Naankuse, wo so viele Leute auf einmal sind und wo man einfach auf andere Leute ausweichen kann. Das Areal der Farm war auch wunderschön, sehr grün und crazy und einfach schön gemacht. Die Tiere, egal welche, waren immer in der Nähe. So nah wird man Wildtieren wohl nie mehr kommen!
Alles in allem war es eine ereignisreiche Woche, von der ich viele Geschichten, manche besser als andere, erzählen kann. Ich habe definitiv auch viel gelernt, und deswegen bin ich ja auch hier. Ich bereue es nicht, nach Harnas gegangen zu sein, ich bin froh habe ich mich dafür entschieden. Aber ich bin verdammt froh, jetzt wieder auf Naankuse zu sein, zurück wo ich mich wohlfühle und wo ich weiss, was genau ich wo und wie machen muss. Am Freitag geht es wieder auf in Richtung Schweiz, ich freue mich bereits darauf. Bis dahin geniesse ich aber noch die letzten Tage auf der Farm.
Meine letzten vier Tage in Naankuse haben begonnen. Es fühlt sich surreal an, und ganz ist es noch nicht in mich eingedrungen, dass meine Namibia Reise bald zu Ende sein wird. So richtig. Für eine lange Zeit werde ich nicht mehr hierherkommen, und sehr wahrscheinlich schon gar nicht als Freiwillige. Und genau dieser Gedanke ist der Erschrenkendste. Auch wenn ich mich freue, endlich wieder nach Hause zu kommen, will ich nicht gehen. Denn dann ist dieses Abenteuer zu Ende...Aber ganz ehrlich, wenn ich schon gehen muss, dann war diese Woche einfach ein unglaubliches Geschenk. Seht selbst!
Warum zeige ich keine Elefanten und Nashöner?
Es hat einen ganz bestimmten Grund, warum ihr hier auf meinem Blog noch nie und niemals Bilder von Elefanten und Nashörner sehen werdet. Erstens haben sie uns in Naankuse darum gebeten, diese Bilder und Videos von Social Media fernzuhalten. Und zwar deswegen, weil es Wilderern auch mit kleinsten Hinweisen wie Bäumen, Felsformationen oder Bergen im Hintergrund möglich sein kann, die Tiere auf den Punkt genau zu lokalisieren, sollten unsere Fotos und Videos in falsche Hände geraten. Und ganz ehrlich, das wenige bisschen "Fame" das ich bekomme für die Bilder ist es mir nicht wert, eventuell diese atemberaubenden Tiere zu bedrohen. Deswegen müsst ihr mich wohl nach den Bildern fragen, wenn ihr sie sehen wollt. Und sie sind sehenswert, so viel kann ich euch sagen:)
Die Zeit ist da. Leider. Um Abschied zu nehmen. Tschüss Namibia, tschüss Naankuse, vielen vielen Dank für die weiteren 6 Wochen voller unvergesslicher Momente, atemberaubenden Augenblicken und herzzerreissenden Aussichten! Du warst ein weiteres Mal ein Traum für mich, der wahrgeworden ist. Dieses Mal sogar ohne jegliche Verletzungs- oder Pandemieunterbrüchen:) Ich werde alle Tiere, die ganzen Landschaften, die Leute und die Arbeit hier vermissen. Für immer. Alles hier wird mir in guter Erinnerung bleiben und ich kann voller Dankbarkeit auf diese Zeit zurückblicken. Mach's gut und wer weiss, wann man sich wiedersieht!
Wie heisst es doch so schön: Das Ende einer Reise ist der Beginn einer Neuen. Und genau das habe ich vor. Es liegen ja noch 8 Wochen Südafrika vor mir (irgendwann) und nächsten Sommer habe ich ganz fest vor, mit den Mädels, die ihr hier kennengelernt habt, wieder zusammenzufinden und weitere Länder zusammen unsicher zu machen. Ganz weit oben auf meiner Liste stehen diverse Südamerikanische Länder. Und die Galapagos Inseln. Tauchen, tauchen und nochmals tauchen! Backpacking schadet auch meinem Konto nicht ganz so sehr wie Freiwilligenarbeit:) Darum, freut euch bereits auf weitere Einblicke in meine Reisen nächstes Jahr! Ich freue mich auf jeden Fall bereits riesig darauf!