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Ich hatte mich dazu entschieden, vor Naankuse drei Tage in Windhuk zu verbringen, um die Stadt kennenzulernen und um ein letztes Mal für 5 Monate einigermassen allein zu sein. Montags bin ich um die Mittagszeit herum angekommen und zu meiner Unterkunft gebracht worden. Den ganzen Nachmittag hiess es dann alleine in der Hitze faulenzen. Am Dienstag war morgens eine dreistündige Sightseeing Fahrt durch Windhuk angesagt. Dazu gab es gratis Streetfood aus einer der vielen Townships. Nachmittags stand nur noch Shopping auf dem Plan, da ich noch einiges besorgen musste vor N/a'an Ku Sê. Am nächsten Tag konnte ich ausschlafen, musste ich doch erst um halb vier nachmittags bereit sein für mein erster Game Drive! Es war der absolute Hammer! Oryx, Giraffen, Gnus, Strausse und Nilpferde, alles war mit dabei!
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I had decided to spend three days in Windhoek before Naankuse to get to know the city and to be reasonably alone for the last time for 5 months. On Monday, I arrived around noon and was taken to my accommodation. The whole afternoon was spent lazing around in the heat. Tuesday morning was a three-hour sightseeing tour through Windhoek. This was accompanied by free street food from one of the many townships. In the afternoon, there was only shopping on the agenda, as I had to get some things before N/a'an Ku Sê. The next day I could sleep in, as I only had to be ready for my first game drive at half past three in the afternoon! It was an absolute blast! Oryx, giraffes, wildebeest, ostriches and hippos, everything was there!
Seit Donnerstag bin ich nun hier in Naankuse. Einfachheitshalber schreibe ich es ab jetzt ohne Spezialzeichen. Es ist bereits eine ganze Woche her, und es ist schon viel passiert. Ich habe mich mit einer weiteren Schweizerin angefreundet und habe auch sonst einen Freundeskreis gefunden. Nur leider werden die meisten von ihnen in zwei oder drei Wochen bereits wieder abreisen. Auch Lila verschwindet in vier Wochen wieder. Immerhin bleibt Penille, meine Zimmernachbarin, ein bisschen länger, nämlich zweieinhalb Monate. Die Wochenenden sind ziemlich langweilig, viel kann man nämlich nicht machen. Es gibt Samstagsaktivitäten und am Sonntag kann man entweder in die Stadt oder in die Lodge für einen Bruch. Oder man bleibt auf der Farm und chillt am Pool. Bei Temperaturen über 30 Grad wird aber alles zur Tortur. Beim Arbeiten kann man die Hitze ein wenig vergessen, wenn auch nur für kurze Zeit. Die zu erledigenden Arbeiten sind vielfältig und variieren mit Schwierigkeitsgraden und Spassfaktor. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Bis jetzt mag ich den Baboon-Walk am besten. Dabei geht man mit den kleineren Baboons (also Affen) laufen. Wenn sie hochgehoben werden wollen, kommen sie zu dir und halten dir die Hände hin. Dann hebst du sie hoch und trägst sie. Zuckersüss die Kleinen, abgesehen davon, dass sie stinken. Heute war ich in der Gruppe Rhino Rangers, was so viel bedeutet wie den ganzen Morgen Nashörner hinterherlaufen und am Nachmittag eben jene zufüttern. 13 Kilometer sind wir heute morgen in vier Stunden gelaufen!!! Und haben dabei nur drei Nashörner gesehen. Aber wenn man sie zu Gesicht bekommt, diese laufenden Panzer, dann ist das ganze wandern vergessen:)
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I have been here in Naankuse since Thursday. For the sake of simplicity, I'll write it without special characters. It's already been a whole week and a lot has happened. I have made friends with another Swiss girl and have also found a circle of friends. Unfortunately, most of them will be leaving in two or three weeks. Lila will also be leaving in four weeks. At least Penille, my room neighbour, is staying a little longer, for two and a half months. The weekends are pretty boring, because there's not much to do. There are Saturday activities and on Sunday you can either go to town or to the lodge for a break. Or you stay on the farm and chill by the pool. But with temperatures above 30 degrees, everything becomes torture. When working, you can forget the heat a little, even if only for a short time. The work to be done is diverse and varies with degrees of difficulty and fun factor. Each has its advantages and disadvantages. So far, I like the Baboon Walk best. You walk with the smaller baboons (monkeys). When they want to be lifted up, they come to you and hold out their hands. Then you lift them up and carry them. The little ones are so cute, apart from the fact that they stink. Today I was in the Rhino Rangers group, which means running after rhinos all morning and feeding them in the afternoon. We walked 13 kilometres in four hours this morning! And we only saw three rhinos. But when you get to see them, these running tanks, then all the walking is forgotten :)
Zurzeit bin ich gerade in Kanaan Desert Retreat, eine Research Site von N/a'an ku sê im Süden Namibias, mitten in der Wüste. Dort werde ich für eine Woche bleiben und bei den Arbeiten rund um das Reservat mithelfen. Es ist sehr heiss, sehr trocken und sehr staubig. Kaum zu glauben bei einer Wüste, oder? Und in den Nächten überraschenderweise überhaupt nicht kalt. Ich habe also umsonst meinen dicken Hoodie und die Trainerhosen eingepackt. Die Aufgaben hier sind ähnlich wie diejenigen der letzen beiden Wochen in Naankuse. Im Pick-Up herumfahren und Kamerafallen auswerten, wandern gehen und Tiere füttern. In dieser Hitze allerdings alles andere als einfach. Aber bis jetzt eine coole und willkommene Abwechslung, die ich sicher niemals vergessen werde!
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I'm staying in Kanaan at the moment. That's a desert retreat in the south of Namibia, in the middle of the desert. It was founded by N/a'an ku sê, so we can go there and help for one week if we want. It's very hot, very dry and very exhausting. And surprisingly warm in the nights. So apparently I brought my hoodie and thick trousers with me for no reason. The activities here are quite the same as in Naankuse. Driving around in the Pick-Up, searching for camera traps, hiking for the traps and feeding the animals. This it's anything but easy in this heat. But a good chance that I will never ever forget!
Kann man reiten, ist es möglich, den normalen Game Drive reitend zu absolvieren. Viel besser geht es nicht mehr als Afrikas Wunder auf dem Rücken der Pferde zu betrachten!
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If you can ride, it is possible to complete the normal game drive on horseback. It doesn't get much better than viewing Africa's wonders on horseback!
Zu Fuss gehts auf die Suche nach den vielen Kamerafallen, um die vollen Speicherkarten herauszunehmen und die Neuen wieder einzusetzen. Dabei begegnet man immer wieder tollen Tieren, wie zum Beispiel diesen Bat-eared foxes. Zurück in der Base geht's ans Auswerten der aufgenommenen Fotos.
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Hat es gerade keine Lodgetouristen (die Lodge ist gleich in der Nähe) so übernehmen wir die Fütterung und Gehege-Instandhaltung der beiden hier lebenden Geparden. Leider können die beiden nicht mehr ausgewildert werden, da sie zu sehr an den Menschen als "Futtergeber" gewöhnt sind.
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Die alten und für Wildtiere gefährlichen Strassenzäune müssen unbedingt abgerissen und neue, ungefährlichere müssen zuerst geflochten und dann aufgestellt werden. Das ist nicht wirklich die atemberaubendste Aufgabe, aber die Gespräche, die während dem Flechten aufkommen, sind sehr amüsant:)
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The old road fences, which are dangerous for wildlife, absolutely have to be torn down and new, less dangerous ones have to be woven and put up. This is really not the most breathtaking task, but the conversations that arise during the weaving are very amusing:)
Die Woche in Kanaan war um und es hiess Abschied nehmen für eine Woche in Neuras gleich danach. Schon bereits die Hinfahrt war ein Abenteuer für sich. In der Nähe hat es bereits seit Tagen geregnet, sodass viele Stellen auf der Strasse überflutet waren. Da Neuras nur einen offenen Safariwagen und einen Truck hatte, mussten vier Mädchen und ich bei 80km/h und kaltem Wetter im Wind sitzen. Anfangs noch cool, aber es wurde bald ungemütlich. Beim ersten Fluss warteten wir 30 min, bevor wir hindurchfuhren. Nur 20 min später der nächste Fluss. Bloss grösser und stärker. Um die Wartezeit zu überbrücken, gestalteten wir kurzerhand das Auto in ein Kino um und schauten uns Joker an. Drei Stunden später hiess es dann, dass der Fluss immer noch zu stark wäre und wir nach Maltahöhe umkehren müssten. Nur war der Tank praktisch leer. Lange Rede kurzer Sinn: Wir fuhren den ganzen Weg zurück, tankten und fuhren weitere zwei Stunden einen Umweg nach Neuras. Um Mitternacht kamen wir endlich an, durchfroren und hundemüde. Pizza gabs um halb eins und dann hiess es endlich: Bett ahoi! Um sieben Uhr morgens hiess es aber wieder Tagwache!
The week in Kanaan was over and it was time to say goodbye for a week in Neuras right afterwards. Even the journey there was an adventure in itself. It had been raining nearby for days, so that many places on the road were flooded. Since Neuras only had one open safari car and one truck, four girls and I had to sit in the wind at 80km/h and cold weather. Cool at first, but it soon became uncomfortable. At the first river we waited 30 min before going through. Only 20 minutes later the next river. Only bigger and stronger. To bridge the waiting time, we turned the car into a cinema and watched Joker. Three hours later we were told that the river was still too strong and that we had to turn back to Maltahöhe. Only that the tank was practically empty. Long story short: we drove all the way back, refuelled and drove another two hours diversions to Neuras. We finally arrived at midnight, frozen through and dog-tired. Pizza was served at half past twelve and then it was finally time for bed! But at seven o'clock in the morning it was time to wake up again!
Hier in Neuras wird vieles zu Fuss ausgekundschaftet. Man wird in Gruppen aufgeteilt und bekommt ein GPS Gerät in die Hände gedrückt, mit dem man verschiedene Punkte ablaufen muss. Da macht man schon mal 13 km allein morgens.
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Ist man nicht am laufen, fährt man mit dem Auto das Reservat ab und dokumentiert alle Tiere die einem begegnen. Im Moment ziemlich langweilig weil es gerade Trockenzeit ist und es nicht viele Tiere gibt.
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If you are not walking, you drive around the reserve by car and document all the animals you come across. At the moment it's quite boring because it's the dry season and there aren't many animals.
Es gibt 7 Geparden hier in Neuras, die bis zu ihrem Tod dort bleiben müssen, da sie seit klein an in Neuras sind. Die Müttern sind erschossen worden und die Kleinen wurden ins Sanctuary gebracht. Deswegen sind sie zu sehr an Menschen gewöhnt um wieder ausgewildert zu werden.
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There are 7 cheetahs here in Neuras that have to stay there until they die, as they have been in Neuras since they were little. The mothers were shot and the cubs were brought to the sanctuary. Therefore, they are too accustomed to humans to be released back into the wild.
Im gesamten Gebiet um Neuras sind Kamerafallen aufgestellt worden, welche tagtäglich eingesammelt werden müssen. Die aufgenommenen Bilder durchsuchen wir nach Tieren und ordnen sie nach Art, um so einen Überblick über die Populationen zu bekommen. Da geht schon mal ein ganzer Nachmittag drauf.
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Camera traps have been set up in the entire area around Neuras, which have to be collected every day. We search the captured images for animals and sort them by species to get an overview of the populations. It can easily take a whole afternoon.
Mittwochs hiess es um 4:45 Tagwache und losfahren. Der Weg nach Sossusvlei dauerte knapp 2 Stunden. Wir wollten bereits früh bei den Dünen sein, um ohne Probleme barfuss auf Big Daddy laufen zu können (Der Sand erhitzt sich sehr schnell mit der Sonne und barfuss ist dann keine Option mehr). Bereits anfangs der Düne verfluchte ich mich selbst für die Entscheidung, hier rauf zu laufen, aber nach knapp einer Stunde haben wir es dann endlich geschafft: Wir standen ganz oben, auf 327 Meter Höhe! Eine atemberaubende Aussicht, gefolgt von einem atemberaubenden Abstieg. Und zwar rennend! Wir sind die gesamte Düne runtergerannt! Laufen wäre auch zu langweilig:)
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On Wednesday we had to be ready to leave at 4:45 am. The way to Sossusvlei took about 2 hours. We wanted to be at the dunes early so that we could walk barefoot on Big Daddy without any problems. Already at the beginning of the dune I cursed myself for the decision to walk up here, but after just under an hour we finally made it: We stood at the top, 327 metres above sea level! A breathtaking view, followed by a breathtaking descent. And running! We ran down the entire dune! Running would also be too boring :)
Freitags, an unserem letzten Tag, war eine Wanderung im Naukluft National Park angesagt. Früh morgens gings eineinhalb Stunden mit dem Auto dorthin, um anschliessend 10 km auf und durch Canyons zu wandern. Alle die mich kennen wissen, wie sehr ich wandern hasse. Aber dieser Wanderweg war der absolute Wahnsinn! Die Aussicht vom Canyon über die Landschaft...atemberaubend! Und der Weg durch die Schlucht war einfach unglaublich. Nachmittags liefen wir zu einer natürlichen Quelle, um zu baden und in der Sonne zu relaxen. Ein wunderbarer letzter Tag.
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Woche vier und fünf war ich wieder zurück im Naankuse Wildlife Sanctuary. Damit ihr ein wenig Einblick in die Tätigkeiten der Farm bekommt, gestalte ich euch hier einen kleinen Überblick in die Aufgaben, die täglich auf die Volunteers zukommen. Rechts abgebildet ist ein Aktivitätenplan, der die Richtline für uns Freiwillige ist. Auf ihm sehen wir, was wir wann haben. Pro Linie, also pro Tag gibt es eine Morgenaktivität (linke Spalte) und eine Aktivität für den Nachmittag (rechte Spalte). Jede Zeile steht für eine Gruppe, und um herauszufinden, was man am nächsten Tag hat, schaut man einfach auf die nächste Zeile. Anfangs der Woche wird man jeweils einer Gruppe zugeteilt und einer "Anfgansaktivität". So ist dann klar was man in den nächsten Tagen hat.
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I was back at Naankuse Wildlife Sanctuary for weeks four and five. To give you a little insight into the farm's activities, here is a brief overview of the tasks that the volunteers have to perform on a daily basis. On the right you can see a activity plan, which is the guideline for us volunteers. It shows us what we have to do and when. Per line (One line equals one day) there is a morning activity (left column) and an activity for the afternoon (right column). Each line represents a group, and to find out what you have the next day, you just look at the next line. Every monday you get assignd a group and a beginners activity and with that one you can easily know what you will do the rest of the week.
Futtervorbereitung für alle Sanctuary Tiere für den nächsten Tag. Also Fleisch für die Mongoose, Erdmännchen usw. und Gemüse für die Warzenschweine, Affen etc.
Die Geparden im Sanctuary brauchen Auslauf und mit dreien von ihnen ist es sogar für uns Volunteers möglich, laufen zu gehen. Sie leiten den Weg, wir gehen hinterher. Berühren strengstens verboten. Es sind KEINE Haustiere!
Die handzahmen und jungen Baboons im Camp gehen zweimal täglich mit uns Volunteers laufen. Wenn sie getragen werden wollen, zeigen sie das. Wenn sie kuscheln wollen, kommen sie zu dir. Auch hier: Kein Anfassen von unserer Seite aus!
Die Raubtiere im Sanctuary haben Hunger. Das heisst, dass wir sie jeden Tag füttern müssen. Das Futter wird über den Zaun geworfen und ab und zu so spektakulär gefangen wie oben zu sehen. Berührungsangst mit rohem Fleisch verboten!
Auch die kleinen Tiere im Camp wollen gefüttert werden. Jeden Tag zweimal. AM und PM Feeding sind deshalb ab und zu angesagt. Dazu geht man einfach das bereits am letzten Tag vorbereitete Essen im Kühlschrank holen und verfüttert es den vorgesehenen Tiere. Viele Namen sind da zu merken!
Früh morgens geht es mit dem Auto ins Zannier Reserve, um morgens entweder Kamerafallen einzusammeln oder Wildhunde, Elefanten oder Löwen zu tracken. Nachmittags macht man entweder wieder das Gleiche oder man wertet die Kamerafallen aus. An manchen Tagen ist es spannender als an anderen.
Auch die Pferde im Sancutary wollen Bewegung. Obwohl sie sich die meisten Zeit frei im Reservat bewegen können, werden die zahmen Pferde täglich eingefangen und wenn möglich morgens oder nachmittags geritten. Falls nicht möglich, gibt es immer noch Arbeiten rund um den Stall, die erledigt werden müssen.
Die Zäune im Reservat müssen täglich kontrolliert werden. Auch muss geschaut werden, ob die Elektrizität auch richtig eingestellt ist und nirgens ein Leck ist. Den ganzen Tag auf dem Pick-Up stehen, mit der prallen Sonne oder dem harten Regen auf dem Kopf, kann ganz schön anstrengend werden. Vor allem wenn der Fahrer wie ein Rennfahrer durch das Reservat düst.
9.3.2020: Es ist Cowboys of Naankuse Tag: Das heisst, reiten, reiten und nochmals reiten! Ein weiteres Mal bekomme ich Alfie zugeteilt, den ich bereits bei meinem letzten Mal Cowboys geritten bin. Er ist süss, aber sehr schreckhaft. Es kommt, wie es kommen muss. Als erfahrene Reitergruppe galoppieren wir durch das Reservat, als das Pferd vor mir sich vor einem Schwarm Vögel erschrickt. Ich sehe noch die Reiterin fallen, als auch Alfie einen Satz im vollen Galopp nach rechts macht. Ich habe keine Chance, oben zu bleiben. Nach dem Gesetz der Physik bewege ich mich im hohen Bogen weiter vorwärts und somit auch abwärts. Zum Glück kann ich mich noch drehen, sodass ich mit der Schulter voran im Dreck lande und nicht Kopf-voran. Das erste was ich fühle ist Schock. Dann kommt der reissende Schmerz in meiner Schulter. Ich kann meinen linken Arm nicht mehr schmerzfrei bewegen und muss trotzdem noch auf Alfie steigen, um zurück auf die Farm zu kommen. Ein 20-minütiger Alptraum. Auf der Farm bekomme ich erst einmal ein starkes Schmerzmittel und kann um halb vier Nachmittags nach Windhuk ins Spital gefahren werden. Dort wird ein gebrochenes Schlüsselbein festgestellt. Echt das, was ich noch gebraucht habe...
Mit meinem gebrochenen Schlüsselbein kann ich leider nicht viel machen. Meistens liege ich die erste Woche flach im Bett, voller Angst mich zu bewegen. Denn jede Bewegung tut weh und mir ist schrecklich langweilig. Essen kann ich auch nicht wirklich, vor Schmerzen und weil mir die 4g Schmerzmittel pro Tag den Appetit verderben. In ein paar Tag geht Lila leider nach Hause, welche mir eine wichtige Hilfe bei allen alltäglichen Dingen, die für mich unmöglich sind, geworden ist. Sie hilft mir beim Schneiden des Essens, beim Anziehen und auch beim Duschen. Unter Schmerzen und nur mit einem nutzbaren Arm ist plötzlich alles schwieriger geworden... Am Sonntag nach dem Unfall hiess es shoppen, da ich mir schulterfreie Tops kaufen muss, in denen ich mit meinem Arm ohne viel Bewegung reinbekomme. Die Woche drauf konnte ich schon wieder ein wenig mehr machen, wie beim Füttern helfen. Das war allerdings das Einzige, was ich so wirklich machen konnte. Doch ich wollte mir durch diesen Unfall nicht die Reise verderben lassen!
PS: Ja, ich habe das mit Corona mitbekommen und ja, ich weiss, dass alle Schweizer nach Hause beordert wurden. Und ja, ich werde diese Nachricht ignorieren:)
Trotz meinem immer noch frisch gebrochenen Schlüsselbein habe ich mich mit Ava zusammen auf den Weg nach Mangetti, einer weiteren Research Site von Naankuse im Norden Namibias, gemacht. Diese Woche dort oben war wie gestohlenes Glück. Rund herum geht die Welt gefühlt unter, und wir waren in unserer perfekten kleinen Blase des Reisens. Jeden morgen ging es früh raus, rauf auf den Pickup und den halben Tag war man dann im Busch auf der Suche nach Elefanten oder um Kamerafallen aufzusuchen. Die Umgebung war komplett anders als das restliche Namibia, voller Büsche und Wälder. Und die Woche war auch in dem Fall anders, dass wir nur vier Volunteers und zwei Koordinatoren waren. Wir kochten zusammen, putzten zusammen und es war viel familiärer als im Hauptcamp. Einfach eine wunderbare Woche!
Ich könnte noch tausende Fotos hochladen, denn jedes Einzelne von ihnen bedeutet mir so viel. Leider hat dieser Blog nur so viele Seiten und kann nicht alle beherbergen:) Ich vermisse Namibia bereits jetzt unendlich und ich kann es kaum erwarten, wieder Fuss in dieses Land zu setzen! Also sei bereit Namibia, denn ich werde wiederkommen! See you again and I love you, Namibia!<3